Geschich­te

Die Geschich­te des mbs.

1971

Ken­nen Sie die Bibel? — Kön­nen Sie über Glau­bens­fra­gen genau und gewiss Aus­kunft geben? — Arbei­ten Sie in Ihrer Gemein­de gezielt mit?” So frag­te einer der ers­ten Pro­spek­te des Mar­bur­ger Bibel­se­mi­nars. Um all denen, die sich hier unsi­cher waren, aber nicht gleich den Schritt hin zu einer Berufs­aus­bil­dung im theo­lo­gi­schen Bereich gehen woll­ten oder konn­ten, eine Mög­lich­keit zur Aus­bil­dung zu bie­ten, wur­de das Bibel­se­mi­nar am 1. Novem­ber 1971 gegrün­det. Im Pro­gramm waren meh­re­re Kurz­se­mi­na­re, die zwi­schen einer und drei Wochen dau­er­ten, sowie zwei Halb­jah­res­kur­se, einer im Win­ter und einer im Som­mer­halb­jahr — das “klas­si­sche” Bibel­schul­pro­gramm also. Direk­tor wird Karl-Heinz Bor­muth.

1974

Als Ergän­zung der bis­he­ri­gen Aus­bil­dung wird ein Jah­res­kurs ange­bo­ten, der im Sep­tem­ber 1974 das ers­te Mal begon­nen wird. Ende August des Jah­res kommt Sr. Mari­an­ne Her­mann ans Bibel­se­mi­nar, die über lan­ge Zeit für das Leben im Haus ver­ant­wort­lich sein wird. Ganz früh dabei war auch Bär­bel Witt­chow, die mit ihren Kur­sen zu den neu­tes­ta­ment­li­chen “Haus­ta­feln” und dem 1. Petrus­brief gan­zen Stu­die­ren­den­ge­nera­tio­nen in Erin­ne­rung ist.

1976

Stu­die­ren­de des Bibel­se­mi­nar arbei­ten unter ande­rem beim ers­ten Chris­ti­val in Essen mit.

1977

Um bei den ver­schie­de­nen Ein­sät­zen mobi­ler zu sein, wird das ers­te “Bibs-Auto” ange­schafft: ein Opel Kadett, der prak­tisch bis zum Aus­ein­an­der­fal­len im “Dienst” bleibt

1978

Der ers­te von eini­gen Umzü­gen steht an. Um mehr Platz für Unter­richt und Stu­die­ren­de zu haben, zieht das Bibel­se­mi­nar von der Schwa­n­al­lee 57 in die Nr. 53 (heu­te das Bodel­schwingh-Stu­di­en­haus). In sei­nem ers­ten Stock befin­den sich der Klas­sen­raum sowie Küche, Wohn­zim­mer, Schlaf­zim­mer und Büro von Sr. Mari­an­ne. Im Erd­ge­schoss und in der drit­ten Eta­ge sind die Stu­die­ren­den unter­ge­bracht. Die zwei­te Eta­ge wird von einer Fami­lie bewohnt und wird nach deren Aus­zug 1982 unse­rer Bibel­schu­le zuge­schla­gen.

1980

Nach den äußer­li­chen durch den Umzug beding­ten Ver­än­de­run­gen ste­hen nun wei­te­re an. Neben dem Jah­res­kurs soll ein zwei­jäh­ri­ger eta­bliert wer­den, der dann auch BAFöG-berech­tigt wäre. Doch noch wäh­rend die Ver­hand­lun­gen dar­über andau­ern, kommt von der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) die Nach­richt, dass sie nur noch drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dun­gen mit einem anschlie­ßen­den Aner­ken­nungs­jahr aner­ken­nen wer­de. Der zum 1. Okto­ber geplan­te Zwei­jah­res­kurs wird des­halb nicht umge­setzt. Statt­des­sen steigt man in die Pla­nun­gen und Vor­be­rei­tun­gen für eine drei­jäh­ri­ge Bibel­schul-Aus­bil­dung zur/zum Jugendreferentin/Jugendreferenten ein, was aller­dings noch eini­ge Zeit in Anspruch neh­men wird. Gleich­zei­tig ist die­ser Umbruch ein Anlass für einen Rück­blick. Stolz kann ver­mel­det wer­den, dass das Bibel­se­mi­nar von 1971 bis 1980 ins­ge­samt 325 Stu­die­ren­de hat­te. Von ihnen arbei­te­ten 32 haupt­amt­lich in der Gemein­de, elf davon als Pre­di­ger, Jugend­lei­te­rIn­nen und Gemein­de­hel­fe­rIn­nen, vier waren in der Mis­si­on tätig, rund hun­dert waren neben­be­ruf­lich in der Gemein­de enga­giert.

1985

Im Juli 1985 schloss das Kin­der­heim, das im Haupt­haus Schwa­n­al­lee 57 unter­ge­bracht war, end­gül­tig sei­ne Pfor­ten. Für das Bibel­se­mi­nar bedeu­te­te dies eine neue Her­aus­for­de­rung. Zum einen konn­te durch die Über­nah­me des Hau­ses end­lich der Platz­man­gel besei­tigt wer­den, der bis­her dazu geführt hat­te, dass jedes Jahr Bewer­be­rIn­nen abge­wie­sen wur­den (wobei das gro­ße “I” täuscht. Wie die Rund­brie­fe bekla­gen, wur­de vor allem Män­nern die Tür gewie­sen, was mit der beeng­ten Wohn­si­tua­ti­on zusam­men­hing). Ein ange­neh­mer Neben­ef­fekt war, dass nun die Unter­richts­räu­me von der lau­ten Schwa­n­al­lee weg­ver­la­gert wer­den konn­ten. Aller­dings muss­te mit dem Schlie­ßen des Kin­der­heims das Bibel­se­mi­nar auch selbst für die Ver­pfle­gung sei­ner Stu­die­ren­den sor­gen, was vor allem finan­zi­ell eine gro­ße Belas­tung bedeu­te­te — zeit­wei­se wur­de sogar ein eige­ner Koch ange­stellt. Die Umbau­ar­bei­ten in Haus 57 konn­ten übri­gens nur durch die tat­kräf­ti­ge Mit­hil­fe von Stu­die­ren­den und Ehe­ma­li­gen geleis­tet wer­den. Mit dem Umzug ver­bun­den war eine neue Namens­ge­bung, die heu­te nur noch teil­wei­se erhal­ten ist. Aus dem alten Bibel­se­mi­nar­ge­bäu­de in der Schwa­n­al­lee 53 wur­de das “beth scha­lom” (“Haus des Frie­dens”), das neue, Schwa­n­al­lee 57, nann­te man “beth mid­rasch” (“Haus des Bun­des”). Das heu­ti­ge Wohn­ge­bäu­de Schwa­n­al­lee 57d hieß fort­an “beth-bet­ach” (“Haus des Gebor­gen­seins”). Trotz die­ser Namens­ge­bung wur­de Hebrä­isch jedoch wei­ter­hin nicht an unse­rer Bibel­schu­le unter­rich­tet.

1986

Die neue Aus­bil­dung nimmt Gestalt an. Ab 1986 wird der Jah­res­kurs zu einem Grund­se­mi­nar umstruk­tu­riert, dem ein Ober­se­mi­nar fol­gen soll, das zuvor schon von einer Hand­voll Ehe­ma­li­gen “getes­tet” wur­de. 1987 wird die neue drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zur/zum Jugend­re­fe­ren­tIn von Sei­ten der Kir­che offi­zi­ell aner­kannt.

1987

Wei­te­re Ver­än­de­run­gen ste­hen ins Haus. Zunächst ein­mal ein Tausch: Das alte Bibel­se­mi­nar­ge­bäu­de in der Schwa­n­al­lee 53 wird abge­ge­ben, statt des­sen erhält das Semi­nar das Haus Nr. 47. Mit die­sem Wech­sel war natür­lich eine gewis­se Weh­mut ver­bun­den, schließ­lich gab man damit das “Stamm­haus” auf — womit aller­dings die Ren­ta­bi­li­tät des Bibel­se­mi­nars gestei­gert wur­de. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Schritt war die Anstel­lung des ehe­ma­li­gen Thai­land­mis­sio­nars Ernst Horn, der nicht nur durch sei­nen Unter­richt, son­dern auch durch sein hand­werk­li­ches Kön­nen als Qua­si-Haus­meis­ter und “Mäd­chen für alles” über mehr als ein Jahr­zehnt das Bibel­se­mi­nar geprägt hat. Nicht zuletzt gehen die asia­tisch anmu­ten­den Ein­rich­tung des Andachts­rau­mes unter dem Dach sowie die “Pitti”-Feiern auf ihn zurück, die über lan­ge Zeit im monat­li­chen Abstand als gemein­sa­me Geburts­tags­fei­ern began­gen wur­den.

1990

Um einen bes­se­ren Kon­takt zu den Ehe­ma­li­gen hal­ten zu kön­nen, wird 1990 die Com­mu­ni­tas Sym­pea ins Leben geru­fen, in der sich Bibel­se­mi­nar- Absol­ven­tIn­nen zusam­men schlie­ßen. Im sel­ben Jahr gelingt beim Abschluss­fest die gro­ße Über­ra­schung: Mit einer heim­li­chen Spen­den­ak­ti­on haben die Stu­die­ren­den der drit­ten Klas­se soviel Geld zusam­men­brin­gen kön­nen, dass der alte Bibs-Kadett aus dem Ver­kehr gezo­gen wer­den konn­te — in den er sich immer unzu­ver­läs­si­ger hin­ein­be­ge­ben hat­te. An sei­ner Statt glänz­te nun ein roter VW Golf in der Gara­ge, jener Bibs-Golf, der über zehn Jah­re sei­ne Diens­te tat. Wie “boden­stän­dig” es damals zuging, zeigt ein Blick auf die wei­te­ren Gaben, die sei­ner­zeit über­reicht wur­den: Neben einem theo­lo­gi­schen Stan­dard­werk waren dies auch Kar­tof­feln, Mehl, Mar­me­la­de, Eier, Saft, Salat und Gemü­se sowie zwei Schwei­ne. Von letz­te­ren hat­te das Bibel­se­mi­nar aller­dings nicht lan­ge etwas, da wenig spä­ter das Kühl­haus sei­nen Geist auf­gab. Um dem Pro­blem Herr zu wer­den, muss­ten für eine Wei­le die täg­li­chen Fleisch­por­tio­nen erhöht wer­den.

1994

Mit dem März­rund­brief 1994 wird bekannt gege­ben, dass ein eher­ner Vor­satz des Bibel­se­mi­nars auf­ge­ge­ben wur­de: Für die — in heu­ti­gen Ohren unvor­stell­ba­re — Sum­me von DM 6000 (selbst der Golf hat­te nur DM 14000 gekos­tet) wur­de ein Com­pu­ter fürs Büro ange­schafft, weil die Arbeit ohne ihn nicht mehr zu bewäl­ti­gen war. Mit ihm zusam­men kam eine neue Tele­fon­an­la­ge (die alte wur­de nach Polen ver­schenkt), so dass das Bibel­se­mi­nar nun auch per Fax erreich­bar war.

1996

Das Jahr 1996 brach­te die bis­her größ­te Ver­än­de­rung in der Lei­tung des Bibel­se­mi­nars. Im Früh­jahr hör­te Sr. Mari­an­ne aus gesund­heit­li­chen Grün­den auf, im August ging Karl-Heinz Bor­muth in den Ruhe­stand — eine Bezeich­nung, die er sicher anders als ande­re füllt, schließ­lich unter­rich­te­te er danach noch wei­ter am Bibel­se­mi­nar. Sein Nach­fol­ger wird Dr. Klaus Meiß, der seit Juli 1995 mit einer Teil­stel­le am Bibel­se­mi­nar ange­stellt war, um sich ein­ar­bei­ten zu kön­nen. Sr. Mari­an­nes Platz über­nimmt Sr. Gise­la Staib.

1997

Auf den Rund­brie­fen von 1997 zeigt das Mar­bur­ger Bibel­se­mi­nar zum ers­ten Mal sein neu­es Logo, die auf­ge­schla­ge­ne Bibel vor der Sil­hou­et­te der Stadt. Doch die “Moder­ni­sie­rung” geht noch etwas tie­fer. Ange­sichts der bei allen Bibel­schu­len zu beob­ach­ten­den Rück­gän­ge in den Bewer­ber­zah­len sucht man nach neu­en Wegen, um das Bibel­se­mi­nar attrak­ti­ver zu machen. Ers­te Über­le­gun­gen, neben der kirch­li­chen auch die staat­li­che Aner­ken­nung als Fach­schu­le für Sozi­al­päd­ago­gik zu errei­chen, wer­den ange­stellt.

1998

Mit der Umge­stal­tung der Aus­bil­dung eröff­net sich eine neue Mög­lich­keit: Für Erzie­he­rIn­nen kann nun eine andert­halb­jäh­ri­ge Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on mit dem Abschluss als Gemein­de­dia­ko­nIn ein­ge­rich­tet wer­den. Im Herbst 1998 beginnt schließ­lich die ers­te 1. Klas­se die neue Aus­bil­dung zur Gemein­de­dia­ko­nIn und Erzie­he­rIn. Der Kurs exis­tiert bis 2008, wo er aus Platz­man­gel ein­ge­stellt wer­den muss­te.

1999

Im Rah­men einer Umstruk­tu­rie­rung gibt das Bibel­se­mi­nar sei­ne Küche auf. Von nun an wer­den die Stu­die­ren­den vor und nach dem Essen in der “Haupt­stel­le” des Deut­schen Gemein­schafts-Dia­ko­nie­ver­ban­des (DGD) in der Stre­se­mann­stra­ße Gele­gen­heit zum “Ver­dau­ungs­spa­zier­gang” haben. Auch per­so­nell steht eine grö­ße­rer Ver­än­de­rung ins Haus: Ernst Horn wech­selt als Direk­tor zur Mar­bur­ger Mis­si­on. An sei­ner Stel­le wird Tho­mas Wei­ßen­born ange­stellt, der 2001 zum Dok­tor der Theo­lo­gie pro­mo­vier­te.

2000

In Ergän­zung von Esther Wol­len­schlä­ger, die bald dar­auf unse­re Bibel­schu­le ver­lässt, wird Sr. Gabrie­le Wag­ner für den noch fri­schen sozi­al­päd­ago­gi­schen Bereich ange­stellt. Das Bibel­se­mi­nar ist somit kei­ne rei­ne Bibel­schu­le mehr, son­dern wird durch die inte­grier­te Aus­bil­dung zur/zum Erzie­he­rIn ergänzt. In der Fol­ge­zeit fin­det mit der Bil­dung eines aus Klaus Meiß, Sr. Gise­la, Sr. Gabrie­le und Tho­mas Wei­ßen­born bestehen­den Lei­tungs­teams eine Umstruk­tu­rie­rung der Lei­tung des Mar­bur­ger Bibel­se­mi­nars statt.

2001

Recht­zei­tig zum 30jährigen Jubi­lä­um des Bibel­se­mi­nars besteht der zwei­te Jahr­gang die Erzie­he­rIn­nen-Prü­fung, die extern an der Käthe-Koll­witz-Schu­le in Mar­burg abge­legt wer­den muss. Damit steht einer staat­li­chen Aner­ken­nung und der damit ver­bun­de­nen Erlaub­nis, ab 2002 selbst prü­fen zu dür­fen, nichts mehr im Wege. 
Im sel­ben Jahr erhält das Mar­bur­ger Bibel­se­mi­nar ein neu­es Logo, das bis heu­te ver­wen­de­te Kür­zel mbs. Aller­dings war­fen sie zunächst noch einen Schat­ten, und auch die Haus­far­ben wur­den erst eini­ge Jah­re spä­ter defi­niert…

2002

Mit der Anstel­lung der Diplom­päd­ago­gin Sabi­ne Lang im Jahr 2002 und von Bir­git Wie­den­mann, die ab 2003 Sr. Gise­la Staib als Semi­nar­re­fe­ren­tin ablöst, erhält das Bibel­se­mi­nar wei­te­re der teil­wei­se heu­te noch bekann­ten Gesich­ter.
Mit der wach­sen­den Schu­le geht ein wach­sen­des Maß an Ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten ein­her. Hel­ga Clark tritt im Febru­ar die Stel­le im Sekre­ta­ri­at an, wo sie mit einer zwei­jäh­ri­gen Unter­bre­chung bis Juli 2019 tätig ist.

2003

Neben Bir­git Wie­den­mann wird auch Mat­thi­as Rüb ange­stellt, der als Dia­kon für die Seel­sor­ge und das geist­li­che Leben am MBS (bis 2011) ver­ant­wort­lich ist.

2004

Das Bibel­se­mi­nar gibt sich eine Visi­on und die ihr ent­spre­chen­den Wer­te.

2005

Auf­grund der stei­gen­den Bewer­ber­zah­len, die nicht nur zu immer län­ge­ren War­te­lis­ten, son­dern auch zu Absa­gen führ­ten, ent­schließt sich das Lei­tungs­team auf einer Klau­sur­ta­gung ab dem Som­mer einen zwei­ten Kurs ein­zu­rich­ten. In den Fol­ge­jah­ren kommt es des­halb zu einem enor­men Wachs­tum: Waren es im Jahr 2000 nur knapp drei­ßig Stu­die­ren­de, sind es im Schul­jahr 2008/9 über 130. Hin­zu kom­men aktu­ell noch 45 im Berufs­an­er­ken­nungs­jahr. Auf­grund der Zwei­zü­gig­keit wer­den neue Dozen­tIn­nen ange­stellt: Tim Blut­hardt, Chris­ti­ne und Dr. Tobi­as Faix im Jahr 2005, Judith Otter­bach 2006, Regi­na und Mar­tin Rauh sowie Mat­thi­as Otte 2007. Sr. Tan­ja Brandl (bis 2010) und Tobi­as Mül­ler (2008) ergän­zen das Dozen­tIn­nen­team, zu dem auch Lina Facki­ner und Cor­ne­lia Pfeif­fer gehö­ren. Hin­zu kom­men ver­schie­de­ne Hono­rardo­zen­tIn­nen. 
Mit der stei­gen­den Stu­die­ren­den­zahl fin­det auch auf Schü­ler­sei­te eine Umstruk­tu­rie­rung statt. Das “Pris­ma”, die Ver­tre­tung der Klas­sen­spre­cher, wird durch einen neu ein­ge­rich­te­ten Ver­trau­ens­schü­ler­rat ergänzt.

2006

Die MBS Aka­de­mie wird gegrün­det, um den Absol­ven­tIn­nen des MBS und dar­über hin­aus sozi­al- und gemein­de­päd­ago­gi­sche Fort- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten zu bie­ten. Zu den ers­ten Pro­gram­men gehö­ren Seel­sor­ge, Men­to­ring und Ereb­nis­päd­ago­gik.

2008

Sr. Gabrie­le Wag­ner ver­lässt das Bibel­se­mi­nar, weil sie in ihrem Mut­ter­haus in Lem­för­de gebraucht wird. 
Im Herbst 2008 beginnt das mbs_studienprogramm “Gesell­schafts­trans­for­ma­ti­on”, in dem die Stu­die­ren­den in Zusam­men­ar­beit mit der Uni­ver­si­tät von Süd­afri­ka (UNISA) einen theo­lo­gi­schen Mas­ter erwer­ben kön­nen. 
Mit dem Schul­jahr 2008/9 beginnt eine Umstruk­tu­rie­rung der Unter­richts­in­hal­te. Unter dem Stich­wort der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung (statt der bis­he­ri­gen Stoff­ori­en­tie­rung) wird der Stun­den­plan auf Lern­fel­der umge­stellt und die Inhal­te modu­la­ri­siert. Die­ser Pro­zess ist für das ers­te Stu­di­en­jahr weit­ge­hend abge­schlos­sen, bei den ande­ren Aus­bil­dungs­jah­ren sind ers­te Schrit­te unter­nom­men wor­den.

2009

Das Jahr 2009 beginnt mit der Ver­ab­schie­dung einer Lebens­ord­nung für Dozen­tIn­nen und Stu­die­ren­de. Zusam­men mit der Visi­on und den Wer­ten bil­det sie die Grund­la­ge des Schul­pro­gramms, das zur Zeit in einem Gre­mi­um erar­bei­tet wird, in dem neben den Dozen­tIn­nen und Stu­die­ren­den auch die Mit­ar­bei­te­rIn­nen ver­tre­ten sind. Gera­de der Kreis letz­te­rer ist durch die inten­si­ve Bau­tä­tig­keit und das Wach­sen der admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben in den letz­ten Jah­ren stark gewach­sen. 
Um das Stu­di­en­pro­gramm und die Aka­de­mie bes­ser zu inte­grie­ren, wird als Dach das “Mar­bur­ger Bil­dungs- und Stu­di­en­zen­trum” geschaf­fen, zu dem neben den bei­den auch das Bibel­se­mi­nar als Fach­schu­le gehö­ren. Dem vor­aus ging eine Neu­ori­en­tie­rung in der Lei­tungs­struk­tur, in der das alte Lei­tungs­team durch ein Leit­erfo­rum abge­löst wur­de. 
Bir­git Wie­den­mann geht im Okto­ber für drei Jah­re nach Jeru­sa­lem, ihre Auf­ga­ben über­nimmt Kath­rin Jörns.

2010

Tim Blut­hardt ver­lässt das mbs nach Abschluss umfang­rei­cher Sanie­rungs­ar­bei­ten, um mit sei­ner Frau in einem Pro­jekt des DGD in Ruan­da mit­zu­ar­bei­ten. Für ihn kommt Dr. Annet­te Kes­sel als Ver­wal­tungs­lei­te­rin und Dozen­tin (Ethik, Her­me­neu­tik, Ver­wal­tung, AT-Exege­se) zu uns. Wenig spä­ter kommt Dr. Tobi­as Künk­ler als Dozent für Sozi­al­päd­ago­gi­sche Grund­la­gen und Sozio­lo­gie.

2011

Mat­thi­as Rüb ver­lässt das mbs und sucht eine neue beruf­li­che Ori­en­tie­rung, für ihn kommt Ste­fan Fos­si Bäu­mer als Dozent für Spi­ri­tua­li­tät.

2012

Neben einem sehr hef­ti­gen Hagel­schau­er, der für eine kurz­zei­ti­ge Über­schwem­mung des Bibel­se­mi­nar-Gelän­des sorg­te gab es in die­sem Jahr zwei Neue­run­gen: Im Juni wur­de zum ers­ten Mal ein Spon­so­ren­lauf durch­ge­führt, im Sep­tem­ber gab es unser ers­tes “Wohn­zim­mer”, bei dem Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten mit aktu­el­len Stu­die­ren­den und Dozen­ten zusam­men­ka­men. 
Im Zusam­men­hang mit dem Wohn­zim­mer fand auch unser ers­ter Päd­ago­gisch-theo­lo­gi­scher Stu­di­en­tag statt. Dr. Mar­tin Gra­be von der Kli­nik Hohe­mark refe­rier­te über “Grens­er­fah­run­gen — wenn das Leben aus der Balan­ce gerät”. 
Das Stu­di­en­pro­gramm wur­de durch den neu­en Mas­ter­stu­di­en­gang “Deve­lop­ment Stu­dies & Trans­for­ma­ti­on” ergänzt. Hier­für wur­de Dr. Tho­mas Kröck als neu­er Stu­di­en­lei­ter ange­stellt.

2013

Anfang des Jah­res grün­de­ten sechs Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten des Bibel­se­mi­nars den mbs-För­der­ver­ein, der sich eine Ver­net­zung der Absol­ven­ten unter­ein­an­der und mit dem Bibel­se­mi­nar auf die Fah­nen geschrie­ben hat. 
Dann kann­te das Jahr zwei wei­te­re Stu­di­en­ta­ge: Im Febru­ar refe­rier­te Prof. Miros­lav Volf über Ver­söh­nung, im Herbst sprach Prof. Rai­ner Dol­la­se über inter­kul­tu­rel­les Zusam­men­le­ben. 
Im Bereich der Aka­de­mie wur­de das neue Semi­nar­pro­gramm “Tier­ge­stütz­te Päd­ago­gik” ein­ge­führt. 
Unse­re fünf Pio­nie­re, die sich als ers­te auf das Plus-Pro­gramm ein­ge­las­sen hat­ten, mit dem sie in Zusam­men­ar­beit mit der Sten­den Hoge­school in Lee­uwar­den (NL) Sozia­le Arbeit stu­die­ren konn­ten, kamen mit einem BA Soci­al Work in der Tasche zurück.

2014

Das Jahr 2014 sah zunächst einen Wech­sel an ein­schnei­den­der Stel­le: Unse­re lang­jäh­ri­ge Semi­nar­re­fe­ren­tin Kath­rin Jörns ging in Mut­ter­schutz, an ihre Stel­le trat Jas­min Tibur­ski (jetzt: Schä­fer), wie Kath­rin eben­falls eine Absol­ven­tin des Bibel­se­mi­nars. 
Noch grund­le­gen­der war die schritt­wei­se Ein­füh­rung eines neu­en Lehr­pla­nes für die Erzie­her­aus­bil­dung. Die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz stellt die Aus­bil­dung von einer Wis­sens- auf eine Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung um. Uns kam das sehr ent­ge­gen, weil wir schon immer eine enge Ver­zah­nung von Theo­rie und Pra­xis ange­strebt haben und dabei nicht sel­ten an die Gren­zen des bis­he­ri­gen Lehr­pla­nes gesto­ßen sind. Nichts­des­to­trotz bedeu­te­te auch die­se Umstel­lung einen gro­ßen Arbeits­auf­wand, denn seit­her muss der neue Lehr­plan Schritt für Schritt und Jahr für Jahr umge­setzt und die Aus­bil­dung immer wei­ter opti­miert wer­den. 
Im Bereich der Gemein­de­päd­ago­gik und -bera­tung wur­de in die­sem Jahr das Insti­tut Tra­fo ins Leben geru­fen, das Gemein­den in mis­sio­na­len Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen bera­ten und beglei­ten kann.

2015

Die­ses Jahr brach­te eini­ge per­so­nel­le Ver­än­de­run­gen. Nach unse­rer Semi­nar­re­fe­ren­tin Kath­rin Jörns ging nun auch unse­re Haus­wirt­schaf­te­rin Corin­na Stiehl in Mut­ter­schutz, ihre Stel­le wur­de mit Marie Weber besetzt, wie Corin­na eine Absol­ven­tin des Bibel­se­mi­nars, die zudem unser Mas­ter­pro­gramm besuch­te. 
Bei letz­te­rem kam es durch die Kün­di­gung von Dr. Tobi­as Faix und Dr. Tobi­as Künk­ler zu der ein­schnei­dends­ten Ver­än­de­rung. Weil bei­de zur CVJM-Hoch­schu­le nach Kas­sel wech­sel­ten, nah­men sie das Stu­di­en­pro­gramm und das Insti­tut empi­ri­ca mit. 
Das Bibel­se­mi­nar ver­lor damit zwar zwei geschätz­te Kol­le­gen, ergriff aber auch die damit ver­bun­de­ne Chan­ce, sich in den ver­schie­de­nen Berei­chen neu auf­zu­stel­len. Das führ­te zu einem tief­grei­fen­den Visi­ons­pro­zess, der die zwei­te Jah­res­hälf­te in Beschlag nahm. An des­sen Ende wur­de die Struk­tur des Bibel­se­mi­nars über­ar­bei­tet: Die Aka­de­mie wur­de wie­der inte­griert und die Lei­tungs- und Kon­fe­renz­struk­tur ver­än­dert. In einem neu­ge­schaf­fe­nen “Kern­team”, das sich vier­zehn­tä­tig trifft, wer­den zen­tra­le The­men mit allen Mit­ar­bei­tern, die eine hal­be Stel­le oder mehr haben, gemein­sam bespro­chen. Mit Sabi­ne Wei­ßen­born und Johan­nes Theiß wur­de unser Team zudem noch ein­mal auf­ge­stockt.

2016

Das Jahr 2016 stand eben­falls ganz unter dem Zei­chen des neu­en Lehr­plans mit sei­nen kom­pe­tenz­ori­en­tier­ten Auf­ga­ben­fel­dern. Im Schul­jahr 2016/17 wur­den nun zum ers­ten Mal alle drei Jahr­gän­ge nach dem neu­en Ansatz unter­rich­tet. Das bedeu­te­te, dass nicht nur die päd­ago­gi­schen Fächer nach und nach in Auf­ga­ben­fel­der über­führt wer­den muss­ten, son­dern auch die theo­lo­gi­schen. Für sie gab es jedoch kei­ne Vor­ga­ben, wes­we­gen wir selbst zwei neue Auf­ga­ben­fel­der “AF7” und “AF8” kre­ieren muss­ten. Das ist eine Arbeit, die erst 2017 abge­schlos­sen wur­de. Ver­än­de­run­gen im Team gab es auch: Marie Weber, die für Haus & Hof zustän­dig war, wur­de eine inter­es­san­te Stel­le in der Betreu­ung krebs­kran­ker Kin­der ange­bo­ten. Judith Wes­ter­hei­de, eben­falls eine Absol­ven­tin des MBS, über­nimmt ihre Posi­ti­on im Bibel­se­mi­nar. Und unse­re Dozen­ten­mann­schaft wur­de durch Miri­am Ger­hardt um eine kom­pe­ten­te Kraft im päd­ago­gi­schen Bereich ver­stärkt. Wie attrak­tiv die Aus­bil­dung am Bibel­se­mi­nar wei­ter­hin ist, wur­de im Som­mer 2016 deut­lich, als mit 57 Stu­die­ren­den der größ­te Jahr­gang aller Zei­ten antrat.

2017

Unser Aus­bil­dungs­pro­gramm erfuhr 2017 eine noch­ma­li­ge Erwei­te­rung: Neben der dop­pel­ten Qua­li­fi­ka­ti­on zur/zum Erzieher/in und Gemeindepädagogen/in ermög­li­chen wir allen Stu­die­ren­den, die ab die­sem Jahr ihre Aus­bil­dung bei uns begin­nen, die Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on “Erlebnispädagoge/in” nach den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­ban­des Indi­vi­du­al- und Erleb­nis­päd­ago­gik e.V. (be). Die Erleb­nis­päd­ago­gik ist damit voll in die Aus­bil­dung inte­griert wor­den, nur die Prü­fung am Ende muss noch zusätz­lich absol­viert wer­den. Neben die­ser Erwei­te­rung war das Jahr von Per­so­nal­wech­seln vor allem im Bereich Haus und Hof geprägt. Neben Annet­te Kes­sel, unse­rer lang­jäh­ri­gen Ver­wal­tungs­lei­te­rin, hat uns auch unse­re Semi­nar­re­fe­ren­tin Jas­min Schä­fer und unser Betriebs­hand­wer­ker Ste­fan Gärt­ner ver­las­sen. Ihre Stel­len haben Gun­du­la Huth (Ver­wal­tung), Judith Wes­ter­hei­de (Semi­nar­re­fe­ren­tin) und Andre­as Jäck­le (Betriebs­hand­wer­ker) über­nom­men. Auch zwei zum lang­jäh­ri­gen “Inven­tar” des Lehr­be­triebs zäh­len­de Dozen­ten sind in den ver­dien­ten Ruhe­stand ver­ab­schie­det wor­den: Gün­ther Bierl und Gun­ther Ben­de­roth. Dane­ben hat­te die­ses Jahr auch ein paar Höhe­punk­te, zum Bei­spiel den Stu­di­en­tag zum The­ma “Kreuz­we­ge” im März, die Absol­vie­rungs­fei­er im Juli, bei der mit 52 Absolventen/innen so vie­le wie nie zuvor aus­ge­sandt wor­den sind, und die neu ein­ge­führ­te “Situa­ti­ve Lern­wo­che”, in der wir alle zusam­men auf­ga­ben­fel­der­über­grei­fend uns ver­schie­de­ne The­men erar­bei­tet haben.

2018

Die 2017 ange­fan­ge­ne Inte­gra­ti­on der Erleb­nis­päd­ago­gik in die Aus­bil­dung erfuhr 2018 ihren Abschluss: Das MBS wur­de vom Bun­des­ver­band Indi­vi­du­al- und Erleb­nis­päd­ago­gik (be) offi­zi­ell zer­ti­fi­ziert und bekam eine ent­spre­chen­de Urkun­de über­reicht. Das war jedoch nicht die ein­zi­ge Ände­rung in Bezug auf den Unter­richt: Wir haben nun auch end­lich den schon seit Jah­ren geplan­ten Umbau des Stu­di­en­jah­res vor­an­ge­bracht und die Prak­ti­ka in allen drei Jahr­gän­gen auf den­sel­ben Ter­min gelegt. Damit haben wir mehr Zeit für die Beglei­tung im Berufs­an­er­ken­nungs­jahr, die mit der neu­en Ver­ord­nung etwas auf­wän­di­ger gewor­den ist. Ansons­ten war da noch ein sehr inspi­rie­ren­de Stu­di­en­tag zum The­ma “Stadt.Land.Kirche” und ein “Kom­mu­ni­ak­ti­ons­tag”, an dem wir unse­re inter­ne und exter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on kri­tisch reflek­tiert haben. Die mitt­ler­wei­le “insti­tu­tio­na­li­sier­te” Situa­ti­ve Lern­wo­che vor den Weih­nachsts­fe­ri­en haben wir 2018 jahr­gangs­über­grei­fend gestal­tet und unser gemein­sa­mes geist­li­ches Leben unter die Lupe genom­men. Gro­ße Ver­än­de­run­gen hat es dabei nicht gege­ben, aber vie­le klei­ne. Und wer weiß, was 2019 brin­gen wird.